Prof. Alexander Stahr und zahlreiche renommierte Holzbauforscherinnen und -forscher haben in Braunschweig ein neues bundesweites Netzwerk gegründet
Renommierte Holzforscherinnen und -forscher aus ganz Deutschland kamen am 16. Juni 2026 in Braunschweig zusammen, um das Forschungsnetzwerk „HolzForschung Deutschland“ zu gründen. Die 30 Initiatorinnen und Gründungsmitglieder wollen mit der neuen Verbindung die Kräfte der Disziplin bündeln. „Dieses Netzwerk ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer verstärkten Zusammenarbeit der Holzforscherinnen und Holzforscher in Deutschland“, sagt Katja Frühwald-König. Die Professorin von der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe ist eine der Sprecherinnen des neuen Netzwerkes.
Mit der Gründung von „HolzForschung Deutschland“ erhält die vielfältige Forschungslandschaft rund um die Ressource Holz erstmals eine gemeinsame Stimme. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Holz für Klimaschutz, nachhaltiges Bauen, Substitution von fossilen Rohstoffen und Kreislaufwirtschaft schafft das Netzwerk eine starke Plattform, um wissenschaftliche Kompetenzen zu bündeln und den Wissenstransfer in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu fördern. „Die Holzforschung wird sich in den kommenden Jahren unter anderem mit strategischen Themen wie Ressourcensouveränität, Holz als Hightech-Material oder Wood Intelligence befassen. Das Material Holz ist nicht nur mit positiven Eigenschaften belegt, es steht auch für einen positiven Blick auf die Zukunft“, sagt Prof. Markus Rüggeberg von der Technischen Universität Dresden und zweiter Sprecher des Netzwerkes.
Interdisziplinär vernetzt
In der „HolzForschung Deutschland“ wirken Einzelpersonen aus zahlreichen Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten zusammen. Zu den Mitgliedern gehören Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten, etwa Materialforschung, Bauingenieurwesen, Architektur, Verfahrenstechnik, chemische Technologien und Kunst. Das Netzwerk bildet damit die Vielfalt der deutschen Holzforschung ab. Von der HTWK Leipzig ist Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr, Leiter des FLEX.instituts und des HolzBauForschungsZentrums der HTWK Leipzig, Teil der neuen Forschungsvereinigung und trat dem Netzwerk im Vorfeld der Gründung beratend zur Seite.
„Nachwachsende Rohstoffe, allen voran Holz, sind der zentrale Pfeiler unserer Vision einer zirkulären Bioökonomie. Wir können die großen Herausforderungen auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft nur durch vertrauensvollen persönlichen Austausch und fachübergreifende Kooperationen erfolgreich bewältigen“, ist Prof. Raoul Klingner, Leiter des Fraunhofer Instituts für Holzforschung (WKI) in Braunschweig, überzeugt.
Ziel von „HolzForschung Deutschland“ ist es, die Sichtbarkeit, Vernetzung und Zusammenarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland nachhaltig zu stärken. Darüber hinaus soll das Netzwerk gemeinsame Forschungs- und Transferprojekte initiieren und unterstützen, den wissenschaftlichen Austausch rund um das Thema Holz fördern sowie gezielt der jungen Generation das Holz näherbringen.
Dem Gründungstag im Fraunhofer WKI in Braunschweig ging ein intensiver Vorbereitungsprozess voraus. Seit 2025 erarbeiteten die Beteiligten während dreier Treffen in Hamburg, Dresden und Freising inhaltliche und organisatorische Grundlagen der Vereinigung. Die Gründungsmitglieder hoffen auf einen regen Zulauf von neuen Mitgliedern im Anschluss an die Veranstaltung. Der Beitritt ist jederzeit möglich. Eine erste Mitgliederversammlung ist noch für das laufende Jahr geplant.

