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Die Stimmung der Mitarbeiter messen - Wie geht das? - Markus Schwed von CompanyMood

Und weiter geht es mit den Interviews vor dem HR Innovation Day 2014. Heute spreche ich mit Markus Schwed, der das sehr interessante Projekt CompanyMood betreibt.

Wald: Toll, dass ich Sie für eine Teilnahme am HR Innovation Day gewinnen konnte. Jetzt will ich aber auch einige Fragen loswerden.
Schwed: Wunderbar. Ich bin schon auf die Fragen gespannt.

Wald: Auf CompanyMood bin ich bei Recherchen zu Social Tools zur Führung von Mitarbeitern gestoßen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein Werkzeug für die Messung der Stimmung der Mitarbeiter zu entwickeln?
Schwed: In der Firma, in der ich arbeite, haben wir vor Jahren einen wertvollen Mitarbeiter verloren. Da dieser sich nie etwas hat anmerken lassen, haben wir die Vorzeichen seine Unzufriedenheit, zustande gekommen durch den persönlichen Misserfolg in einem Projekt, leider nicht erkannt. Es schien ihm von Tag zu Tag schlechter zu gehen und keiner von uns hat das bemerkt. Nachdem er dann die Firma aufgrund dieses Ereignisses verlassen hat, haben wir in unseren alten Büroräumen begonnen, die damals aktuelle Stimmung eines jeden Mitarbeiters in den einzelnen Büroräumen auf fest installierten Whiteboards aufzuzeichnen. Das Ganze für die jeweilige Woche mittels einer kleinen Matrix von 0 bis 10.
Wir sind dann irgendwann in neue Büroräume gezogen. Dadurch sind die Whiteboards weggefallen und das Erfassen der Mitarbeiterstimmungen wurde nicht weiter verfolgt. Danach habe ich mich dazu entschlossen, in meiner Freizeit ein System zu konzipieren, zu entwickeln und nach der Fertigstellung meinen Firmenmitarbeitern vorzustellen. Damit bin ich auf so positives Feedback gestoßen, dass ich mich dazu entschlossen habe, das UI des Projekts für meine Mitarbeiter ansprechender zu gestalten und auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Wald: Wie ich sehen konnte, haben Sie bereits einige Referenzkunden gewinnen können. Welche Erfahrungen haben diese bei der Anwendung von CompanyMood gemacht.
Schwed: Bisher eigentlich nur positive Erfahrungen. Da es sich um sehr sensible Nutzerdaten handelt, kann ich natürlich wenig konkrete Situationen schildern. Aber viele der aktuellen Nutzer von CompanyMood, sind von der Anwendung sehr überzeugt und nutzen das angeschlossene Feedback- und Ideen-System sehr rege. Dadurch sind bisher auch schon sehr viele Ideen der Nutzer in CompanyMood umgesetzt worden. Bei der Avarteq GmbH, meinem aktuellen Arbeitgeber, konnten wir durch die Anwendung von CompanyMood schon einige Probleme bereits in der Entstehung erkennen, früh gegenlenken und somit die Situation einiger Mitarbeiter verbessern. Ich freue mich über jede Form von Feedback, egal ob es sich dabei um konstruktive Kritik oder neue Ideen handelt, denn fast alles hilft mir dabei, die Anwendung für meine Mitarbeiter und die Nutzer von CompanyMood zu verbessern.

Wald: Was ist bei der Anwendung von CompanyMood zu beachten? Ist es schon zu Problemen gekommen?
Schwed: Aktuell nicht. CompanyMood wird stetig weiterentwickelt und die Nutzer haben, wie schon geschildert, einen großen Einfluss darauf, was an neuen Features in die Anwendung aufgenommen wird. Daher passt sich CompanyMood stetig den jeweiligen Nutzerbedürfnissen an. Auch ist CompanyMood komplett intuitiv nutzbar. Der User benötigt weder eine individuelle Einführung noch ein Handbuch. Ein wichtiger Aspekt der Anwendung,  welcher Problematiken verhindert,  ist der, dass die Möglichkeit für den Administrator besteht, zwischen einem transparenten und anonymen Stimmungstracking zu wählen - passend zur jeweiligen Unternehmenskultur. Dadurch werden eventuelle Widerstände innerhalb der Belegschaft abgewendet. Natürlich nur wenn man auch die passende Option wählt. Diese Möglichkeit hat dazu beigetragen, dass CompanyMood so gut von unterschiedlichsten Unternehmen angenommen wird. Ein weiteres, für uns sehr wichtiges Thema, das natürlich alle aktuelle und zukünftige Nutzer interessieren wird, ist das des Datenschutzes. Besonders in der heutigen Zeit, mit den Kontroversen rund um NSA, PRISM, Patriot Act und Co. Daher liegen die Daten der Nutzer ausschließlich in europäischen Rechenzentren, um konkret zu sein, hosted CompanyMood auf anynines - welches nur mit verifizierten Rechenzentren in Deutschland zusammenarbeitet.

Wald: Wo sehen Sie die Vorteile der Anwendung eines Tools wie CompanyMood? Gibt es Unterschiede zur klassischen Mitarbeiterbefragung?
Schwed: Der Mensch neigt stark zur Verdrängung von schlechten Ereignissen. Daher ist die klassische halb- und ganzjährige Mitarbeiterbefragung eher ungenau. Natürlich sind die Informationen bei einer halb- und ganzjährigen Mitarbeiterbefragung auskunftsreich und enthalten viele weitere wichtige Informationen. Jedoch ist es zum Zeitpunkt der Befragungen oft schon zu spät um die jeweilige – und zu gewissen Zeitpunkten wichtige Stimmung der Mitarbeiter einzufangen.
 Dadurch kann es dazu kommen, dass Mitarbeiter, deren Stimmungen sich während eines gewissen Zeitraums sehr verschlechterten, schon gekündigt haben, bevor diese Befragungen erst Aufschluss über die Stimmung des jeweiligen Mitarbeiters geben. CompanyMood sehe ich daher als eine sehr gute Ergänzung zu den klassischen Mitarbeiterbefragungen. Mittels weiterer, angedachter Features des Tools, könnte CompanyMood diese in Zukunft sogar ersetzen. Durch die Anwendung von CompanyMood ist jeder Personaler in der Lage, bereits die Entstehung eines Problems bei seinen Mitarbeitern zu erkennen.  So kann der jeweilige Mitarbeiter in dieser Situation meist schon mit geringem Aufwand unterstützt und dessen Verlust vermieden werden. Auch können die Reaktionen einzelner Mitarbeiter, Abteilungen oder gar die Reaktion der ganzen Firma auf bestimmte Ereignisse beobachtet werden. Dadurch besteht dann die Möglichkeit im Vorfeld deeskalierende Maßnahmen zu ergreifen.
Außerdem verfügt CompanyMood über Features wie einen 100% anonymen Kummerkasten. Oder dem Siegel-System, mit dem welchem man potentiellen Fachkräften zeigen kann, dass sich das eigene Unternehmen um die Stimmung der Mitarbeiter bemüht oder ob sogar eine besonders gute Stimmung innerhalb diesem vorherrscht.

Wald: Worauf werden Sie in Ihrem Vortrag besonders eingehen?
Schwed: Ich möchte dem Publikum gerne CompanyMood mit all seinen Features vorstellen und bin schon sehr auf Feedback, Ideen, Fragen und Kritiken gespannt.

Markus Schwed
von CompanyMood
Wald: Ein Frage zum Schluss. Warum nehmen Sie am HR Innovation Day teil?
Schwed: Für mich ist es eine große Chance, mit genau dem Publikum in Kontakt zu treten, welches sich mit den Mitarbeitern in Unternehmen befasst. Sie waren so freundlich, mich zu diesem großartigen Event einzuladen und ich bin gespannt, mich mit Profis aus dem HR- Bereich zu unterhalten, Fragen und Probleme auszutauschen und dadurch CompanyMood für genau diese Berufsgruppe verbessern zu können.

Wald: Vielen Dank für das Gespräch. Ich freue mich sehr auf Ihren Beitrag und die Diskussionen zu den Möglichkeiten der Messung der Mitarbeiterstimmung.

Mein Gesprächspartner, Markus Schwed, ist ein Softwareentwickler aus Deutschland und der Erfinder von CompanyMood. Er arbeitet hauptberuflich bei der Avarteq GmbH in Saarbrücken, ist Mitbegründer der Ruby-User-Group-Saar und wirkt/wirkte an einigen OpenSource-Projekten wie Rails, TravisCi, Shoulda und Anderen mit.


Aktuelle Führungstheorien und -konzepte - Lehrbuch mit Beitrag zur virtuellen Führung erschienen

Informationen zu vielen Facetten moderner Führungstheorien liefert das Buch "Aktuelle Führungstheorien und -konzepte" von Rainhart Lang und Irma Rybnikova. Ich hatte die große Ehre, ein Kapitel zur virtuellen Führung beizusteuern. In diesem habe ich mich auf der Basis der existierenden Literatur mit dem Begriff der virtuellen Führung auseinandergesetzt. Nach meinem Verständnis steht dabei die Führung von Mitarbeitern mittels moderner Informations- und Kommunikationsmittel bzw. durch Social Media im Mittelpunkt, in Abgrenzung zu einem Verständnis, wonach virtuell eher als ein „Nichtvorhandensein“ und als Führung der Möglichkeit nach gesehen wird. Demgegenüber betont das hier vorgestellte Konzept der virtuellen Führung, dass mit Hilfe von Medien trotz physischer Abwesenheit von Führungskräften geführt wird. Dabei muss unbedingt berücksichtigt werden, dass Mitarbeiter z.T. in Teams sowie in Distanz zu ihren Führungskräften, d.h. räumlich und zeitlich verteilt, tätig sind. Mit meinem Text habe ich mich weniger auf die Führung von virtuellen Teams konzentriert. Wichtig erscheint es mir, darauf hinzuweisen, dass virtuelle Führung durch den Einsatz dieser Medien und den breiteren Zugriff auf Informationen (z. B. Bewertungen), zwangsläufig eine gravierende Veränderung der Beziehung zwischen Führungskräften und Geführten mit sich bringt. Diese Beziehung bzw. die Führung muss deshalb komplett neu gedacht werden. Vertrauen und Kommunikation erhalten dabei eine neue, weil unverzichtbare Bedeutung als Erfolgsfaktoren virtueller Führung. Dies war ein erster Blick auf meinen Beitrag zur virtuellen Führung. Ich freue mich auf Diskussionen und Anregungen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter M. Wald


Beziehungen bei digitaler Führung - Haben virtuelle Manager Beziehungsprobleme?

Was ist neu bei digitaler/virtueller Führung bei der Beziehung zwischen Managern und Mitarbeitern? Wie gehen die Führungskräfte mit dieser neuen Beziehung zu ihren Mitarbeitern um? Sind hier im Vergleich zur konventionellen Führung neue Aspekte zu berücksichtigen? Zu diesen Fragen habe ich ein kleines Gespräch mit Frank Schabel geführt. Nachzulesen im Hays-Blog ...

Mit freundlichen Grüßen

Peter M. Wald


Auf dem Weg zum HR Management 2.0 - Wie hat sich das Personalmanagement verändert?

Die Universität der Künste Berlin bietet gemeinsam mit ADP Deutschland einen MOOC (Massive Open Online Course) zum Thema „Human Resource Management 2.0“ an. Die zentrale Frage des Kurses lautet:  Wie hat sich das HR Management in den letzten Jahren verändert und welche Rolle spielen dabei die neuen Medien?

Sehen Sie spannende Interviews mit Personalverantwortlichen führender Unternehmen in Deutschland und erfahren Sie mehr über den zielgerichteten Einsatz von Social Media im HR-Management.

Sie haben hier die einmalige Möglichkeit an der Einführung des Kurses kostenlos teilzunehmen. Im Anschluss werden Sie lediglich um ein kurzes Feedback in Form eines Fragebogens gegeben, der nur 10 Minuten Zeit in Anspruch nimmt.

Der Link zum Kurs:
http://equeo-test-udk.appspot.com/

Der Link zum Fragebogen:
https://community.adp-personalmanager.de/evaluation-mooc

Fall Sie Fragen haben - zögern Sie bitte nicht, eine Mail an Frau Lydia Stübler zu schreiben an. Sie erreichen sie unter  stuebler(at)ieb.net

Auch an dieser Stelle wünsche ich Frau Stübler viel Erfolg bei der Suche nach dem HR Management 2.0!

Mit freundlichen Grüßen

Peter M. Wald




Digitale Transformation - Grundlage digitaler Führung

In den nächsten Wochen wird der Augenmerk meiner Posts hauptsächlich auf den Rahmenbedingungen und Auswirkungen digitaler Führung bzw. auf dem Einsatz von Social Media bei der Führung von Mitarbeitern liegen. Mittlerweile gibt es hier eine unüberschaubare Zahl von mehr oder weniger substanziellen Aussagen. Ich werde versuchen, etwas Licht in das digitale "Führungsdunkel" zu bringen. Anregungen und Ideen sind jederzeit willkommen. Als erstes Fundstück empfehle ich das folgende ebook. Vor allem die Gegenüberstellung auf Seite 20 hat mir sehr gut gefallen.     

Viel Spass beim Lesen.

 Mit besten Wünschen für einen erholsamen Feiertag und vielen freundlichen Grüßen

 Peter M. Wald


Sechs wichtige Social-Media-Skills für Führungskräfte

Ein recht interessanter Beitrag aus McKinsey Quarterly zum Themenbereich "Social Media Skills - Anforderungen an die neue Führungskraft".

Six Social Media Skills Every Leader needs

Ganz kurz die Skills/Skillgruppen:  Producer - Distributor - Recipient - Advisor/Orchestrator - Architect - Analyst

Erinnert mich dies ein wenig an die Management-Rollen von Mintzberg?

Ich freue mich auf Meinungen dazu.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen für eine guten Start in die Woche

Peter M. Wald


Gartner zum Erfolg von Social Business Aktivitäten


Trotz der vielfältigen Anstrengungen zur Implementation von Social Business Lösungen werden offensichtlich die Bäume bis 2015 (?) nicht in den Himmel wachsen. Gartner geht davon aus, dass 80% der Aktivitäten nicht die erwarteten Erfolge bringen werden. Dies erinnert mich ein wenig an die bekannten Aussagen zur Erfolgswahrscheinlichkeit von Change Management Initiativen. Darüber sollte unbedingt diskutiert werden.

Gartner Presseinformation zu Social Business Aktivitäten

Mit freundlichen Grüßen

Peter M. Wald


Letzte Änderung: 10.3.2015
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